Graulandbilder

Die Aufnahmen dieses Zyklus entstanden in loser Folge in den Jahren 1986-1988, einer Zeit, in der das gesellschaftspolitische Klima in der DDR zunehmend von Lethargie geprägt war. Die desaströse Informationspolitik der DDR-Regierung zur Tschernobylkatastrophe wie auch die Ignoranz gegenüber Gorbatschows Reformbestrebungen waren symptomatisch für die Haltung der Staatsführung zum Volk. Eine auch nur moderate Änderung der Verhältnisse war nicht in Sicht. Die Zahl der neuen Ausreiseanträge lag bei 40-50 Tausend im Jahr. Erst spät begann sich die Opposition zu formieren, das Gefühl der Ohnmacht überwog.

Die meist dunklen, oft auschnitthaften Stadt- und Landschaftsbilder waren eine persönliche Reflexion dieser Situation. Sie wurden 1988 als Teil der gemeinsam mit Jens Rötzsch inszenierten Ausstellung PROTOKOLL STRECKEN – Bilder aus dem gesellschaftlichen Leben in der Leipziger Galerie Eigen+Art und später auch international gezeigt. Eine Replik dieses Projekts war Ende 2009/Anfang 2010 im Rahmen der Erfurter Schau Die andere Leipziger Schule zu sehen.

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